Garten im Klimawandel clever anpassen: So bleibt Ihr Garten bei Hitze stabil

Garten im Klimawandel: So verbessern Sie Boden, sparen Wasser, wählen robuste Pflanzen und schaffen mehr Schatten gegen Hitze und Starkregen.

Was passiert mit einem Garten, wenn der Juni plötzlich wochenlang trocken bleibt, der Juli Asphalt weich kocht und der August den Regen eines halben Monats an einem Nachmittag bringt? Genau diese Frage stellen sich immer mehr Menschen. Denn Wetterextreme sind längst nicht mehr nur ein Thema in den Nachrichten, sondern kommen direkt vor der Terrassentür an. Der Garten im Klimawandel zeigt besonders deutlich, wie sich unser Alltag verändert. Pflanzen verbrennen, Böden verkrusten, Regentonnen laufen erst über und sind kurz darauf wieder leer.

Die gute Nachricht: Ein Hausgarten kann lernen. Er kann Wasser besser halten, Hitze wirksamer abpuffern und mit Wetterkapriolen gelassener umgehen. Dafür braucht es keinen Komplettumbau an einem Wochenende, sondern kluge Schritte in der richtigen Reihenfolge. Daten vom Deutschen Wetterdienst und Einordnungen des Umweltbundesamtes machen seit Jahren klar, wohin die Entwicklung geht: mehr Hitzetage, längere Trockenphasen und häufiger Starkregen. Wer seinen Garten jetzt anpasst, spart später Wasser, Zeit und Frust. Und ja: Auch ein kleiner Reihenhausgarten kann dabei erstaunlich viel leisten.

Garten im Klimawandel: Was sich jetzt im Hausgarten ändert

Im Hausgarten werden Wetterextreme selten einzeln spürbar, sondern eher als Kettenreaktion. Erst trocknet der Boden aus, dann leiden die Pflanzen, später rauscht Regen oberflächlich ab, statt einzusickern. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf das Zusammenspiel von Boden, Wasser, Pflanzenauswahl und Alltagsroutinen.

Typische Stressfaktoren im Garten: Hitze, Trockenheit und Starkregen zusammen denken

Früher reichte oft der Gedanke: Im Sommer wird gegossen, im Herbst wird geschnitten. Heute ist das zu grob. Hitze bringt Blätter über Stunden an ihre Belastungsgrenze, besonders auf Südseiten, an Mauern oder in Kiesflächen. Gleichzeitig senkt Trockenheit die Fähigkeit des Bodens, Nährstoffe verfügbar zu halten. Was nützt Dünger, wenn die Wurzeln im Staub stehen?

Dann folgt der nächste Effekt. Nach langer Trockenheit wird der Boden hart wie ein Schwamm, der Wasser zunächst abweist. Fällt dann Starkregen, versickert er schlechter, Erde wird ausgespült, Beete verschlämmen und Wurzeln stehen kurzfristig im Nassen. Das wirkt widersprüchlich, ist aber typisch für einen zukunftsfähigen Garten unter Druck: erst zu wenig Wasser, dann zu viel auf einmal. Ein Garten, der nur auf Dürre reagiert, bleibt deshalb nur halb vorbereitet.

Welche Flächen, Pflanzen und Routinen Sie zuerst anpassen sollten

Am meisten gewinnen Sie dort, wo Belastung und Pflegeaufwand zusammenkommen. Prüfen Sie zuerst sonnige Beete an Hauswänden, Rasenflächen ohne Schatten, Kübel auf Terrassen und alle Stellen, an denen Wasser schnell abläuft. Gerade flache, offene Böden verlieren im Sommer oft am meisten Feuchtigkeit. Hier liegt der größte Hebel.

Auch Routinen gehören auf den Prüfstand. Tägliches kurzes Gießen macht Pflanzen bequem und ihre Wurzeln flach. Besser ist es, seltener, aber durchdringend zu wässern. Auch Rasen konsequent auf Zielflächencharakter zu trimmen, kostet viel Wasser und bringt bei Hitze wenig. Manchmal ist weniger Perfektion die bessere Strategie. Ein klimagerechter Garten sieht nicht immer geschniegelt aus, funktioniert dafür aber auch im August noch.

Garten an Hitze und Trockenheit anpassen: mit Boden und Bewässerung beginnen

Bevor neue Pflanzen einziehen, lohnt sich der Blick nach unten. Der Boden entscheidet, ob Wasser bleibt oder verschwindet, ob Wurzeln tief gehen oder an der Oberfläche kämpfen. Im Garten im Klimawandel gewinnt deshalb nicht zuerst die exotischste Pflanze, sondern der Boden mit der besten Struktur.

Boden verbessern für trockene Sommer

Ein guter Gartenboden speichert Wasser, bleibt locker und lässt zugleich Luft an die Wurzeln. Das gelingt selten mit nur einer Maßnahme, sondern durch konsequenten Aufbau. Reifer Kompost erhöht den Humusanteil und verbessert die Krümelstruktur. Organische Substanz wirkt wie ein Vorratsraum für Feuchtigkeit. Auf Sandboden ist das Gold wert, auf schwerem Lehm verhindert es harte Schollen.

Genauso wichtig ist Schutz von oben. Eine Mulchschicht aus Laub, Rasenschnitt in dünnen Lagen oder gehäckseltem Strauchschnitt verringert die Verdunstung deutlich. Der Boden bleibt kühler, Regen schlägt ihn nicht so schnell zu und Mikroorganismen arbeiten ruhiger. Barer Boden ist im Hochsommer fast immer eine Einladung an die Trockenheit. Kurz gesagt: Offen liegen lassen ist teuer.

Wenn Sie Beete neu anlegen, denken Sie in Wurzelräumen. Tiefgründig gelockerte Erde, keine Verdichtung durch häufiges Betreten und eine möglichst dichte Bepflanzung helfen langfristig mehr als jeder Notguss. Wer fachliche Gartenversuche und praxistaugliche Hinweise sucht, findet bei der LWG Bayern viele Anregungen für standortgerechte Lösungen.

Wassersparen im Garten bei Trockenheit

Wassersparen beginnt nicht am Hahn, sondern bei der Verteilung. Gießen Sie früh morgens, wenn die Verdunstung niedrig ist und Blätter tagsüber abtrocknen können. Wichtig ist dabei Tiefe statt Taktung. Einmal gründlich wässern bringt mehr als fünfmal oberflächlich zu sprenkeln. So bilden Pflanzen tiefere Wurzeln und werden als hitzetoleranter Gartenbestand deutlich stabiler.

Hilfreich sind Tropfschläuche oder langsam laufende Bewässerung direkt an der Wurzelzone. Das Wasser landet dort, wo es gebraucht wird, statt auf Wegen oder Blättern. Für Regentonnen oder größere Regenspeicher bietet Garantia anschauliche Systeme, wenn Sie nach konkreten Behälterlösungen suchen. Schon eine einfache Rechnung zeigt den Nutzen: Auf einem 30 Quadratmeter großen Garagendach liefern 10 Millimeter Regen rund 300 Liter Wasser. Das reicht im Sommer für etliche Gießgänge bei Stauden und Kräutern.

Ein Praxisbeispiel aus einem kleinen Reihenhausgarten zeigt, wie viel das ausmachen kann: Nach dem Umstieg von täglichem Sprengen auf Mulch, Tropfschlauch und zwei 300 Liter Speichern sank der Wasserverbrauch in einem heißen Sommer um etwa ein Drittel. Die Beete sahen nicht luxuriöser aus, aber deutlich entspannter. Genau darum geht es.

Klimafeste Pflanzen für den Garten sinnvoll auswählen und kombinieren

Pflanzen sind keine Einzelkämpfer. Erst die richtige Kombination aus Wurzeltiefe, Blattstruktur, Blütezeit und Bodendeckung macht ein Beet wirklich belastbar. Statt nur nach Farbe zu kaufen, lohnt sich der Blick auf das Verhalten bei Sonne, Wind und langen Trockenphasen.

Stauden, Kräuter und Gräser für sonnige und trockene Beete

Für sonnige Flächen eignen sich robuste Stauden und Kräuter mit grauem oder festem Laub besonders gut, weil sie ihre Verdunstung besser regulieren. Salbei, Lavendel, Katzenminze, Schafgarbe, Fetthenne und Steppen Salbei bringen Struktur ins Beet und kommen mit magereren Bedingungen gut zurecht. Viele Ziergräser wie Federgras oder Reitgras sorgen zusätzlich für Bewegung und beschatten den Boden leicht. So entsteht ein trockenheitsverträglicher Garten, der nicht nach Verzicht aussieht.

Wichtig ist die Kombination. Ein Beet aus nur einer Art wirkt schnell lückig, wenn eine Pflanze schwächelt. Mischen Sie deshalb niedrige Bodendecker, mittelhohe Blüher und einzelne vertikale Akzente. Dichte Pflanzung senkt die Verdunstung. Leerstellen heizen sich auf.

BereichGeeignete PflanzenVorteil im Sommer
Sonniges StaudenbeetLavendel, Katzenminze, Schafgarbegeringer Wasserbedarf, lange Blüte
KräuterzoneThymian, Oregano, Salbeiaromatisch, hitzefest, nützlich
Struktur im BeetFedergras, Reitgras, Blauschwingellockert auf, beschattet Boden
Trockenrand am WegFetthenne, Hauswurz, Polsterthymiankommt mit Hitze und magerem Boden zurecht

Pflanzidee für Garten im Klimawandel mit Stauden, Kräutern und Gräsern

Gehölze, Bodendecker und Mischpflanzungen für mehr Stabilität

Ein klimafester Garten braucht nicht nur Blüten, sondern auch ein Gerüst. Gehölze wie Felsenbirne, Kornelkirsche oder robuste Wildrosen schaffen Höhe, Wurzeltiefe und Schatten für empfindlichere Partner. Unterpflanzungen mit Storchschnabel, Waldsteinie oder Elfenblume helfen dabei, den Boden bedeckt zu halten. Das klingt unspektakulär, ist aber ein Schlüsselprinzip.

Mischpflanzungen wirken wie kleine Teams. Tiefwurzler holen Wasser aus tieferen Schichten, flachere Arten schützen die Oberfläche, Gräser bringen Luft in das Bild und verlängern die Struktur bis in den Winter. Wer nur auf Einzelstars setzt, muss im Stressfall stärker eingreifen. Wer in Gemeinschaften pflanzt, bekommt ein Beet, das vieles selbst ausbalanciert. Ein wassersparender Garten lebt von solchen Pflanzpartnerschaften.

Schatten im Garten gegen Hitzestress gezielt schaffen

Nicht jeder Hitzeschutz kommt aus der Gießkanne. Oft sinkt die Belastung schon deutlich, wenn Flächen klug beschattet und heiße Materialien reduziert werden. Für den Garten im Klimawandel ist Schatten deshalb keine Nebensache, sondern aktive Vorsorge.

Bäume, Pergolen und Kletterpflanzen als natürliche Schattenspender

Der wirksamste Schattenspender ist meist ein Baum, weil er nicht nur Licht filtert, sondern durch Verdunstung auch kühlt. Wo Platz fehlt, können mehrstämmige Kleinbäume wie Felsenbirne oder Zierapfel gute Dienste leisten. An Sitzplätzen funktionieren Pergolen mit Kletterpflanzen wie Wein, Clematis oder Geißblatt überraschend gut. Schon nach wenigen Jahren entsteht ein angenehmer Filter aus Licht und Luft.

Entscheidend ist der Standort. Schatten am Nachmittag bringt oft mehr als Schatten am Morgen, weil dann die größte Hitzelast entsteht. Wenn Terrasse, Südfenster und angrenzendes Beet gemeinsam beschattet werden, profitieren Menschen und Pflanzen zugleich. Das ist doppelt sinnvoll. Ein Garten für heiße Sommer braucht keine dunklen Ecken, sondern kühlere Übergänge.

Klimaangepasster Garten mit Pergola, Baum und schattigem Sitzplatz

Sitzplätze, Wege und Oberflächen hitzearm planen

Auch Materialien reden mit. Dunkle Steinflächen speichern viel Wärme und geben sie abends wieder ab, während helle, offenporige Beläge oft angenehmer bleiben. Kies kann hübsch aussehen, heizt sich aber stark auf, wenn keine Beschattung da ist. Besser sind gemischte Flächen aus Belag, Pflanzinseln und schmalen Grünstreifen. So wird ein Weg nicht zur Wärmeschleuse.

Wer neu plant, sollte Sitzplätze nicht mitten in die größte Sonnenfalle setzen. Ein halbschattiger Ort nahe am Haus, ergänzt durch Rankhilfe oder Sonnensegel, wird im Alltag viel häufiger genutzt. Dazu passt ein kleiner Trick aus der Praxis: Kübelpflanzen gruppiert aufzustellen, erhöht lokal die Luftfeuchte und nimmt harten Flächen optisch die Schärfe. Weniger Glut, mehr Gartengefühl.

FAQ zu Garten im Klimawandel

Viele Fragen drehen sich im Sommer um Wasser. Das ist logisch, aber nicht der ganze Punkt. Entscheidend ist, Wasser zu halten, sinnvoll zu verteilen und typische Verlustquellen zu erkennen.

Wie lässt sich Regenwasser im Garten nutzen und speichern?

Am einfachsten über Dachflächen. Schon kleine Garagen, Schuppen oder Terrassendächer liefern erstaunliche Mengen, wenn sie an eine Regentonne oder einen Speicher angeschlossen sind. Die Faustformel ist leicht: 1 Millimeter Regen auf 1 Quadratmeter Dach ergibt etwa 1 Liter Wasser. Bei 50 Quadratmetern Dach kommen bei 10 Millimetern Niederschlag also rund 500 Liter zusammen. Das ist kein Detail, sondern ein echter Vorrat.

Sinnvoll ist, das gespeicherte Wasser möglichst direkt an die Beete zu bringen, idealerweise mit der Gießkanne an den Wurzelraum oder per Schlauch mit geringer Abgabe. Offene Behälter sollten abgedeckt sein, damit weniger verdunstet und kein Schmutz eingetragen wird. Wenn Sie mehrere kleine Speicher statt nur eines großen nutzen, verteilen Sie das Wasser näher an die Verbrauchsorte. Das spart Wege und Nerven.

Welche Fehler kosten im Sommer am meisten Wasser?

Ganz vorn steht häufiges oberflächliches Gießen. Es benetzt nur die oberen Zentimeter, die in der nächsten Hitzephase sofort wieder austrocknen. Ebenfalls teuer sind nackte Böden, lückige Beete und ein Rasen, der überall sattgrün bleiben soll. Gerade auf kleinen Grundstücken geht über solche Gewohnheiten oft mehr verloren als über die eigentliche Pflanzenauswahl.

Ein weiterer Klassiker ist Gießen zur falschen Zeit. Mittags verdunstet mehr, und nasse Blätter können zusätzlich Stress bekommen. Auch Kübelpflanzen sind versteckte Durstmeister, besonders in dunklen Töpfen an Südwänden. Wer Untersetzer nur punktuell nutzt, größere Gefäße wählt und die Erde mulcht, spart schnell spürbar Wasser. Kleine Hebel, große Wirkung.

FAQ zu Garten im Klimawandel: weitere Fragen und Fazit

Viele Menschen hoffen, ein klimaangepasster Garten nehme ihnen einfach Arbeit ab. Das stimmt nur teilweise. Meist verändert sich die Pflege: Sie wird vorausschauender und weniger hektisch.

Braucht ein klimaangepasster Garten weniger Pflege oder nur andere Pflege?

Vor allem andere Pflege. In der Umstellungsphase fällt oft sogar mehr Beobachtung an: Wo trocknet der Boden zuerst aus, welche Pflanze kippt bei Hitze, welche Fläche bleibt überraschend stabil? Wenn diese Muster einmal sichtbar sind, wird die Arbeit gezielter. Statt ständig zu retten, steuern Sie früher gegen.

Langfristig sinkt der Aufwand häufig dort, wo Pflanzungen dicht, standortgerecht und gut gemulcht sind. Weniger jäten, seltener gießen, weniger nachpflanzen. Dafür gewinnen Schnitt, Bodenaufbau und kluges Timing an Bedeutung. Ein trockenheitsverträglicher Garten ist also kein Selbstläufer, aber oft deutlich nervenschonender als ein Garten, der gegen seinen Standort arbeitet.

Wann ist der beste Zeitpunkt, den Garten an Hitze und Trockenheit anzupassen?

Nicht erst in der nächsten Hitzewelle. Der beste Start ist meist vom Spätsommer bis in den Herbst, weil der Boden dann noch warm ist, Niederschläge häufiger werden und neue Pflanzen besser einwurzeln können. Auch das Frühjahr eignet sich, wenn Sie früh genug beginnen und Jungpflanzen nicht direkt in die erste Trockenphase setzen.

Wichtig ist, in Etappen zu denken. Erst Boden und Wasserführung verbessern, dann Flächen beschatten, anschließend Pflanzungen umbauen. So entsteht Schritt für Schritt ein klimaangepasster Garten, der nicht perfekt aussehen muss, um stark zu sein. Genau darum geht es: weniger Kampf gegen das Wetter, mehr Zusammenarbeit mit dem Standort.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    ich bin gerade sehr frustriert, weil mein ansonsten üppig bunter und vielseitiger Garten unter der aktuellen Hitzewelle sehr leidet.
    Ich fand es gut, über den hier vorliegenden Artikel gestolpert zu sein, weil hier nicht nur einfach die üblichen Empfehlungen zu einem zukunftsfähigen Garten wiederholt werden (wie beispielsweise beim NABU zu lesen), sondern klar beschrieben wurde, dass es eigentlich ein Prozess ist, seinen Garten passend umzubauen. Es geht nicht darum, einfach Punkte abzuhaken, sondern es geht darum, seinen eigenen Garten zu beobachten, und Stück für Stück die Stellen zu identfizieren, die eine Anpassung benötigen.
    Ich habe gerade aber leider den Eindruck, dass es selbst für die Gartenbesitzer*innen, die mit Vernunft und Umsicht agieren, keine Garantie auf einen gesunden Garten (mehr) gibt.
    Ich habe mich immer bemüht, die meisten der empfohlenen Punkte zu erfüllen, also standortgerechte Stauden und Gehölze, in allen Beeten bodendeckendes Grün, und an den wenigen Stellen, wo es (noch) kahl ist, auch Mulch, Nützlinge fördern, Kompostwirtschaft, ein (sehr) kleiner Teich, vielfältige Pflanzen und Strukturen.
    Mein Boden ist leider sehr tonhaltig, was es nicht gerade einfacher macht (entweder super hart, oder zu feucht). Ich kann nicht mein ganzes Grundstück austauschen, und versuche halt immer wieder Humus zu verteilen.
    Dieses Jahr scheinen leider auch einige meiner eigentlich etablierten Bäumchen (vor ca. 8 Jahren gepflanzt) schlapp zu machen. Und deshalb stelle ich mir in den letzten Wochen immer mehr die Frage, wie wir im Garten mit dem Klimawandel umgehen.
    Blattfleckenkrankheiten werden immer häufiger und Pilze gedeihen in den lang-anhaltenden Hitze-Wellen bestens. Der Blattlausbefall ist bei mir in diesem Jahr extrem, und kann angesichts des Trockenheitsstresses (den ich bei den gut eingewachsenen Gehölzen wohl unterschätzt habe) die Pflanzen durchaus belasten.
    Warum taucht an meiner Kirsche plötzlich Monilia auf, und am Apfel der Schorf?
    Die Felsenbirne hat Mehltau und die Kornellkirsche auch eine Blattfleckenkrankheit.

    Zurück zu Ihrem Artikel – dem ich eigentlich mit ganzem Herzen zustimmen wollte: angesichts all dieser Infektionskrankheiten macht der Vorschlag der dichten Bepflanzung leider gar keinen Sinn mehr. Denn die Empfehlung bei diesen Pilzen und Bakterien lautet ja immer, dass viel Luft an die Bäumchen kommen sollte.
    Und auch die Unterpflanzung unter den Gehölzen (bei mir in einem großen Bereich beispielsweise Walderdbeeren, über andere weite Teile Immergrün, oder Rosenwaldmeister) scheint mir kontraproduktiv, denn es wäre ja notwendig, unter den Bäumen alles infizierte Laub immer sorgfältig aufzurechen, was nur schwer praktizierbar ist, wenn man die Pilzigen Blätter aus dem Immergrün pflücken muss.

    Also für mich stellt sich beim Thema „zukunftsfähiger Garten“ wie gesagt die Frage, wie man mit den zunehmenden Pflanzeninfektionen umgeht.
    Natürlich sollte ein Lösungsansatz darin bestehen, resistente Sorten auszuwählen.
    Aber was ist schon resistent? Und wer hatte sich bis vor ein paar Jahren überhaupt große Gedanken darüber gemacht?
    Ich habe Angst davor, dass durch den Klimawandel viele Gehölze, die bei uns bisher problemlos funktioniert hatten (also keine komplizierten Exoten) verloren gehen.
    Dabei sind grüne Bäume gerade wichtiger denn je.
    Gibt es denn Ideen, wie man den Bestand angesichts der schwierigen Umstände retten kann?
    Das sind die Fragen und Sorgen einer ehemals hochmotivierten und fleißgen, mittlerweise aber resignierten Gärtnerin

    • Liebe Manu,

      zunächst einmal ganz herzlichen Dank für Ihren ausführlichen, ehrlichen und nachdenklichen Kommentar. Ich glaube, Sie haben etwas ausgesprochen, das viele engagierte Gärtnerinnen und Gärtner derzeit empfinden, sich aber nur selten so treffend in Worte fassen können.

      Tatsächlich war einer der wichtigsten Gedanken hinter diesem Artikel genau der, den Sie aufgegriffen haben: Es gibt leider keine Checkliste, die man einmal abarbeitet und danach einen „klimafesten Garten“ besitzt. Vielmehr ist es ein fortlaufender Prozess des Beobachtens, Lernens, Anpassens und manchmal leider auch des Abschiednehmens.

      Und genau das macht die aktuelle Entwicklung so frustrierend. Denn wenn selbst Menschen wie Sie, die sich seit Jahren Gedanken über standortgerechte Bepflanzung, Bodenverbesserung, Artenvielfalt und natürliche Kreisläufe machen, plötzlich etablierte Gehölze verlieren oder mit Krankheiten kämpfen, fühlt sich das schnell wie ein persönliches Scheitern an. Dabei ist es das ganz sicher nicht.

      Ihre Beobachtungen zu Monilia, Schorf, Mehltau, Blattfleckenkrankheiten und dem zunehmenden Schädlingsdruck zeigen leider sehr deutlich, dass wir uns nicht mehr nur an Hitze und Trockenheit anpassen müssen, sondern an ein insgesamt instabileres System. Das macht viele bisher bewährte Gartenregeln komplizierter als noch vor zehn oder zwanzig Jahren.

      Auch Ihren Einwand zur dichten Bepflanzung finde ich absolut berechtigt. Tatsächlich stehen wir hier oft vor einem Dilemma: Einerseits schützt eine geschlossene Vegetationsdecke den Boden vor Austrocknung, andererseits erschwert sie teilweise die Hygiene bei pilzlichen Erkrankungen. Wahrscheinlich gibt es deshalb auch hier keine allgemeingültige Lösung, sondern nur den Versuch, für den eigenen Garten einen möglichst guten Kompromiss zu finden.

      Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Ein zukunftsfähiger Garten ist nicht der perfekte, krankheitsfreie Garten. Ein zukunftsfähiger Garten ist möglicherweise der Garten, dessen Besitzerin trotz aller Rückschläge weiterhin beobachtet, ausprobiert, anpasst und nicht aufgibt.

      Dass Sie sich überhaupt solche Gedanken machen, zeigt bereits, wie viel Sie für Ihren Garten tun. Die Bäumchen, die seit acht Jahren bei Ihnen wachsen, hätten sich vermutlich keine engagiertere Gärtnerin wünschen können.

      Vielleicht müssen wir uns als Gartenmenschen auch ein wenig von der Vorstellung verabschieden, dass wir alles kontrollieren können. Die Natur war schon immer eigensinnig. Sie scheint uns das aktuell nur mit etwas mehr Nachdruck mitteilen zu wollen.

      Und falls es ein kleiner Trost ist: Selbst erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner verbringen erstaunlich viel Zeit damit, ratlos vor einer Pflanze zu stehen und zu denken: „Das hat doch die letzten zehn Jahre problemlos funktioniert!“

      Ich wünsche Ihnen jedenfalls sehr, dass sich zumindest einige Ihrer Bäumchen wieder erholen und Sie Ihre Freude am Garten nicht verlieren. Gerade Menschen, die sich so viele Gedanken machen und mit so viel Herz gärtnern, werden in Zukunft wichtiger denn je sein.

      Herzliche Grüße und vielen Dank für Ihren wunderbaren Denkanstoß

      Karwl

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